Rückblickend beurteilt besitzen Vorgänge oftmals seltsame Ursprünge oder es sind manchmal verworrene Entwicklungen, die zu einem Ergebnis führen. So war es auch mit der Idee für eine Fahne für die Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“.

Idee und Ursprung
Die Anfänge reichen zurück ins Jahr 1989. Anläßlich des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums Epinay-Oberursel begab sich die Stadt Oberursel eine neue Fahne, um Hausfassaden und Geschäfte farbenfroh zu dekorieren. Die Veröffentlichungen darüber führten auf meine Initiative zu einem Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“ im Vereinsring. Es sollte eine Kirdorfer Fahne erstellt werden, die dem gleichen Zweck dienen und im Handel erhältlich sein sollte. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt, da man Bedenken seitens der Stadt Bad Homburg (Selbständigkeits­bestrebungen) befürchtete. Damit war die Idee zuerst einmal wieder vom Tisch. Aber noch nicht vergessen.

Entscheidung
Bei Vereinsjubiläen, Beerdigungen u.a. Gelegenheiten wurde immer wieder beklagt, daß die Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“ nicht durch ein Banner oder eine Fahne vertreten war. Als die Vorbereitungen zur Kirdorfer 1100 Jahr Feier begannen und erkennbar wurde, daß ein Festzug geplant würde, wagte ich Ende 1991 den Vorschlag, als Weiterentwicklung der ursprünglich geplanten allgemeinen Kirdorfer Fahne, eine auf die Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“ zugeschnittene Fahne zu schaffen. Diesmal wurde der Vorschlag akzeptiert.

Umsetzung
Von der Idee zur Realisierung war es -aus meiner Sicht- ein kurzer Weg. Es bedurfte keiner besonderen Überredungskünste, Maria Braum davon zu überzeugen, daß sie die Ausführung dieses Planes übernehmen mußte. Als gelernte Stickerin und zuverlässige Aktivistin besaß sie ideale Voraussetzungen dafür.

Das Fahnentuch sollte aus den ehemaligen Kurmainzer Farben Rot und Weiß in drei gleich großen Streifen bestehen. Auf einer Seite sollte sie das Kirdorfer Wappen und auf der anderen das von Helmut Schöppler etwa 1985 geschaffene runde Emblem der Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“ enthalten. Die Fahne sollte etwa 130 cm hoch und etwa 100 cm breit sein. Das Wappen sollte eine Breite von etwa 69 cm und unser Emblem etwa 61cm Durchmesser besitzen.

Realisierung
Zuerst erstellte ich von Wappen und Emblem Dias. Diese projizierten wir in geplanter Fahnen-Originalgröße auf einen großen an der Wand befestigten Papierbogen. Gemeinsam mit Maria Braum übertrugen wir alle Bestandteile des Wappens und des Emblems auf das Papier und erstellten somit den Schnittbogen, die spätere Nähvorlage. Dann begann für Maria Braum die eigentliche Arbeit, wobei erwähnt werden kann, daß sie tatkräftige Unterstützung durch Renate Preißl erhielt. Zuerst mußte sie die benötigten Stoffe besorgen. Danach saß sie tagelang an ihrer Nähmaschine oder nähte mit der Hand, bis die Finger schmerzten.

Die Realisierung gestaltete sich schwieriger als vermutet, da die vielen Buchstaben in unserem Emblem und die beiden Wappen viel Geschick und Arbeit erforderten. Zum Schluß wurden noch 7 Schlaufen zur Befestigung und eine umlaufende weiße Schmuckkordel mit zwei weißen Quasten angenäht. Die Arbeiten dauerten länger als zunächst angenommen, wurden jedoch termingerecht abgeschlossen.

Bei den Vorbereitungen wurde ziemlich vernachlässigt, daß wir für die Fahne auch noch eine Stange benötigten. Erst als unsere Fahne fast fertiggestellt war, baten wir Valentin Gerecht, den treusorgenden Verwalter unseres Museumsbestandes, dort nach einer geeigneten Fahnenstange Ausschau zu halten. Er suchte eine schwarzlackierte hölzerne Fahnenstange heraus, die nach kleinen Schönheitsreparaturen benutzbar war. Sie ist 330 cm lang und endet in einer 28 cm großen Metallspitze. Die Stange wird nach unten breiter und besitzt im Griffbereich mehrere gedrechselte Verzierungen.

Die neugeschaffene Fahne wurde in der Gedenkfeier am 14. August 1992 in der St. Johannes-Kirche das erste Mal präsentiert. Im anschließenden historischen Festzug wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Fahnenträger war unser Ernst Gerecht.

Nach dem ersten Auftritt der Fahne bei der Festveranstaltung in der Kirche, dem anschließenden historischen Festzug und dem Zapfenstreich am 14. August 1992 trafen sich die durch historische Kleidung „gealterten“ Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft im Pfarrsaal und bestaunten unsere neue Fahne. In der Mitte der ersten Reihe sitzt die zu Recht stolze Herstellerin und Stifterin aller benötigten Materialien.

Die schlichte schwarze Fahnenstange wurde im Herbst 1995 auf Initiative von Hermann Schröder verschönert. Angeregt von der farbenprächtigen Fahnenstange des über 100 Jahre alten Gesellenvereins (der heutigen Kolpingfamilie) lackierte er die Stange um. Seitdem erstrahlt sie in herrlichen Farben und schmückt somit zusätzlich unsere schöne Fahne.

Mögen Fahne und Stange noch zu vielen Anlässen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Unser Kirdorf“ sowie alle Freunde Kirdorfs erfreuen und den Gemeinschaftssinn fördern.

Februar 1996
Stefan Ohmeis

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