Katharina Dippel geb. Schudt

* 29. April 1870 in Kirdorf   † 28.8.1921 Homburg

Stifterin

 

Wohlhabende Männer sind zu vielem fähig. Dass einer seine Finanzkraft einsetzt, um eine Kirche erbauen zu lassen, kommt aber eher selten vor. Ein Homburger hat es getan: Der Stifter Johann Georg Dippel ist am 20. September 1915 – zwei Jahre nach Vollendung seines sakralen Werks – verstorben.

Das katholisch geprägte Kirdorf bekommt nach der 1902 erfolgten „Eingemeindung“ immer mehr evangelischen Zuwachs. Neun Jahre später wird erstmals in einem Schulsaal gebetet und gesungen – eine wenig besinnliche Situation, die den 1840 geborenen Johann Georg Dippel auf den Plan ruft. Gemeinsam mit Pfarrer Arthur Wenzel forciert der in London zu Reichtum gekommene Kaufmann den Kirchenbau am Ortsrand. Als Architekt kann Heinrich Jacobi gewonnen werden. Während Dippel für Grundstückskauf und Bauarbeiten rund 90 200 Mark einsetzt, wird die Inneneinrichtung aus Spendengeldern finanziert.

Altar, Taufstein und Kanzel des zwischen Neuromantik und Jugendstil changierenden Gotteshauses stammen aus der Homburger Schlosskirche, prägendes Element sind die Fensterbilder von Rudolf Yelin mit ihrem Reichtum an biblischen Motiven.

Welche Gründe den Stifter zur Kirchengründung angetrieben haben, bleibt unbeantwortbar. Dass seine 1870 in Kirdorf geborene und am 17. Mai 1904 in Homburg geheiratete Ehefrau Katharina eine wichtige Rolle spielt, ist jedoch belegt. Sie trägt das Vorhaben mit, wird schließlich zur Alleinerbin. 1921 stirbt auch sie.

Die Gedächtniskirchengemeinde – heute rund 4600 Mitglieder – haben ihren Urvater nicht vergessen. Vom Friedhof am Untertor wurden 2009, nach Auflösung des Familiengrabes, die Grabplatten von Johann Georg und Katharina Dippel in den heimatlichen Kirchgarten geholt.